Occupy Wallstreet – Wo hakt das System?

Die Occupy-Wallstreet-Bewegung breitet sich immer weiter aus, ich bin gespannt ob sie noch weiter wachsen wird und wie lange sich diese Bewegung noch medial und organisatorisch behaupten kann. Die Gründe für ihr entstehen sind klar, doch was könnten Antworten auf die Probleme sein, die so viele Menschen auf die Straße brachte ?

Lustigerweise hat dort wo heute die Wall-Street ist ein Wall die Bürger vor Angriffen geschützt. Der Wall fiel, die Straße blieb – und wurde Symbol für ein System, dass keine Grenzen kennt und genau diese benötigen würde, damit verhindert werden kann, dass die Menschheit unter die Räder gerät.

Klar ist, dass Märkte reguliert werden müssen – doch auf welche Art und Weise ? Ich schildere hierzu meine ganz eigenen Ansichten:

  1. Der Geldschöpfungsprozess muss in staatliche Hand. Wie entsteht eigentlich Geld ? Und wer entscheidet, welchen Wert es hat ? Sofern man diese Frage nicht beantworten kann ist jedwede andere Regulierung des Finanzmarktes ohnehin uninteressant. Daher gibt es Menschen, die sich dafür aussprechen, dass es neben den drei vorhandenen Staatsgewaalten (Exekutive, Legislative, Judikative) eine vierte geben soll: die Monetative.
  2. Der Zinseszinsen sollten verboten werden. Es ist ok Zinsen zu nehmen wenn man Darlehen vergibt, allerdings führen Zinseszinsen zu ideeller Wertschöpfung die materiell nicht in Gegenwert vorhanden sein kann. Es gibt auch Bewegungen, die sogar Zinsen im Allgemeinen als verwerflich betrachten, hier ist vor allem islamic banking interessant.
  3. Sollte das Steuerrecht derart vereinfacht werden, dass die Versteuerung von Umsätzen von Unternehmensseite nicht durch Finanztransaktionen oder Investitionen in andere Länder umschifft werden kann. Gleiches gilt für die Steuerlöcher im Einkommenssteuerbereich.
  4. Sollte es eine Finanztransaktionssteuer geben, darüber hinaus könnte man auch darüber nachdenken ob man Finanztransaktionen quantitativ eindämmt. Denkbar wäre eine Regel wie: Man darf innerhalb eines Monats nur 20% seines eigenen Aktienanteils an einem Unternehmen verkaufen, sofern man über 10% des Aktienanteils des Unternehmens besitzt. Dies verhindert schnelle Panikverkäufe durch mächtige Einzelanleger.
  5. Müssen Ratingverfahren nach internationalen Standards erarbeitet werden, welche stärker die materiellen Werte der Unternehmen berücksichtigen, damit soll verhindert werden, dass große Preisschwankungen aufgrund von abenteuerlichen Geschichten generiert werden, die allerdings nichts an der materiellen Beschaffenheit und der Funktionstüchtigkeit des Unternehmens ändern.

 

Alle diese Dinge sind Mammutsaufgaben und einzelne Aspekte davon greifen schlichtweg nicht, wenn man nicht über den nationalen Tellerrand hinausschaut. Ich finde es nur verwerflich, dass viele dieser Dinge schon lange im Gespräch sind und sich bisher leider noch niemand fand, der allein auf nationaler Ebene bereit war diese Regularien vorzunehmen.
Gerade die Piraten haben die Möglichkeit hier innovative Wege zu gehen, wenn man uns lässt. Ich wäre stark dafür, wenn es auf Bundesebene mal einen Call for Papers und einen Call for Concepts gäbe. – Go for it.

 

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