Piraten

Basisdemokratie 2.1 – Strukturreformvorschlag Landesverband RLP

Wie ihr wisst kandidiere ich für verschiedene Vorstandsposten auf Landesebene. Ich werde hier schildern wie ich mir die zukünftige Vorstandsarbeit vorstelle und welche Aufgaben ich für dringlich halte. Es gibt viel zu tun und ich habe leider das Gefühl, dass eine nachhaltige und vorausschauende Entwicklung bisher leider auf der Strecke geblieben ist. Wenn wir allerdings weiterhin basisdemokratisch organisiert bleiben wollen ohne vollends im Chaos zu versinken, müssen bestimmte Veränderungsprozesse angestoßen werden. Die Anforderungen sind umfangreich daher braucht es einen Fahrplan. – Ich stelle hier meinen Fahrplan zur Debatte.

Die Lösungsvorschläge zielen darauf ab Arbeit auf möglichst viele Schultern zu verteilen und dadurch die Arbeit für jeden einzelnen schneller und effektiver zu gestalten. Die Struktur-AGs sind meines Erachtens unabdingbar, sofern man auf bezahlte Vorstandsarbeit auch in Zukunft verzichten will. Darüber hinaus sollen sie den Workflow verbessern und den Dialog zwischen Vorstand und Basis vereinfachen. Doch erst einmal will ich zu den aktuellen Problemen kommen.

 

Aktuelle Problemfelder

Derzeit wird offensichtlich klar, dass die Strukturen, die für 500 Mitglieder gereicht haben derzeit an ihre Grenzen stoßen. Hauptaufgabe des Vorstandes sollte neben den Verwaltungsaufgaben die infrastrukturelle Neugestaltung der Vorgänge sein. Ich fasse die Probleme die ich sehe kurz zusammen:

Information: Es gibt derzeit keine funktionierende Infrastruktur die sicherstellt, dass Mitglieder und Interessierte sich über programmatische Arbeit, Termine und anfallende Aufgaben informieren können. Informationen sind oftmals schwer oder garnicht öffentlich auffindbar.

Diskussion: Derzeit sind Diskussionen nur schwer nachvollziehbar. Die Mailingliste ist überfüllt und die Arbeit und AGs wird zum Teil schlecht oder garnicht dokumentiert.

Kommunikation: Viele Engagierte Neumitglieder wissen nicht wie sie sich wo einbringen können und wer die entsprechenden Ansprechpartner sind. Dadurch kommt es vermehrt zu redundanter Kommunikation, zu Missverständnissen oder gar zu Totalverlust von Informationen.

Kompetenzentwicklung: Viel wissen konzentriert sich derzeit in den Köpfen weniger. Dies ist in zweierlei Hinsicht problematisch:

  1. Nehmen die Anfragen an diese Personen zu, was zu akuter Überlastung führt
  2. Haben diese Personen dazu immer weniger Zeit ihr Wissen anderen zu vermitteln
  3. Dadurch mehr Anfragen an die wenigen

Koordination: Derzeit gibt es keine Infrastrukturen die anfallende Aufgaben zusammenträgt und Interessierte für die Bearbeitung sucht. Daher bleiben viele Aufgaben unerledigt oder Problemfelder gar unerkannt.

Finanzielle Ausstattung: Die technische und finanzielle Ausstattung ist zum Teil miserabel, Geld ist leider nicht Luxus sondern schlichtweg notwendig für politische Arbeit.

Zeit und Raum:  Derzeit gibt es zunehmend konkurrierende Termine an verschiedenen Orten. Zudem mangelt es häufig an geeigneten Arbeitsräumen.

 

Problemlösungsstrategien

Oben wird ersichtlich, dass wir viele Baustellen haben. Hier stelle ich meine Lösungsvorschläge vor. Generell sollten vier Struktur-AGs gegründet werden, die bestimmte Aufgaben übernehmen die ich noch vorstellen werde. Diese AGs sind: AG Info, AG Orga, AG Antrag, AG Technik. In jeder dieser AGs sollte mindestens ein Vorstandsmitglied aktiv sein. Das erklärte Ziel soll sein, den Vorstand in seiner Arbeit zu unterstützen, Mißverständnissen vorzubeugen den Vorstand zur Basis hin zu öffnen.

AG-Info

Diese AG soll helfen Informationen auffindbarer zu machen. Zu den einzelnen Aufgabenbereichen gehört explizit:

Fertigstellung der Piratenfibel

Mit der Fibel soll Aktiven und Instrumenten ein Dokument zur Verfügung gestellt werden, mit dem sie sich schnell über alle möglichen Belange der Arbeit der Piraten informieren können. Dies soll es erleichtern aktiv zu werden und dabei helfen Fehler zu vermeiden, die bereits mehrfach begangen wurden. Tätigkeitsfelder werden hier vorgestellt und erfolgreiche Strategien aufgezeigt. Angestrebte Deadline meinerseits 3 Monate zur Fertigstellung und fortwährende Ergänzung.

Betreuung der Info-Liste

Die Informationsliste soll es Aktiven und Neumitgliedern ermöglichen sich über relevante Informationen zu erkundigen. Dies sollen sein:

  • Termine über Veranstaltungen, AG-Sitzungen, Offene Treffen
  • Informationen über: Demoaufrufe, Anstehende Aufgaben, Ausschreibungen
Die Mailinglisten werden durch 5-10 Beauftragte moderiert. Hierbei werden einerseits an die Liste eingehende Mails

überprüft und weitergeleitet. Wenig aussagekräftige Betreffszeilen werden nach den Betreffskonventionen umgestaltet und dann an die Info-Liste versandt. Darüber hinaus wird die RLP-Liste von einigen parallel gelesen und ausgewählte Informationen die die obigen Bedingungen erfüllen an die Info-Liste weitergeleitet.

Einpflegen von Anfragen ins Ticket-System 

Sofern Hilfegesuche oder anstehende Aufgaben in der AG-Info aufschlagen, werden diese in das Ticket-System eingepflegt.

Wissensmanagement

Die AG-Info hilft inhaltlichen AGs dabei Kriterien für angemessene Wiki – Protokollierung auszuarbeiten und anzuwenden. Die AG Info ihrerseits ist damit beauftragt die aktuellen Diskussions- und Arbeitsstände an geeigneter Stelle auffindbar zu machen. Dies Betrifft auch Weiterbildungsinhalte auf Barcamps.

AG-Orga

Diese AG soll die Organisation von Events und Aktionen koordinieren. Die Relevanten Events sind bisher:

  • Barcamp (Themenorga, Orga vor Ort)
  • Landesparteitage (vor allem dezentrale Parteitage)
  • Social-Events (z.B. Ahoi-Sause)
  • Wahlkämpfe
Zusätzlich zur eigentlichen Organisation fallen weitere Arbeiten an wie z.B.:

 

Leitfäden zur Veranstaltungsplanung erarbeiten

Die Leitfäden sollen es späteren Organisatoren erleichtern Veranstaltungen zu planen. Sinnvolle Eckpunkte in den Leitfäden sind meiner Meinung nach:

  • Timeliner der zu erledigenden Dinge
  • Vorraussetzungen an Ort, Zeit und Personal
  • Checklisten zur Planung
  • Vordrucke und Empfehlungen zur Einsatzplanung

Dokumentation geeigneter Veranstaltungsorte

Geeignete Veranstaltungsorte für Offene Treffen, Landesparteitage, dezentrale Parteitage, Barcamps und Social-Events sollen an geeigneter Stelle mit Kontaktdaten gesammelt werden, um die Organisation zukünftiger Ereignisse zu erleichtern.

Dokumentation derzeitiger Materialien und Arbeitsmittel

Ebenso die lückenlose Dokumentation von Arbeitsmittel und Arbeitsmaterialien dient der Vereinfachung der Organisation.

Dokumentation geeigneter Geschäfts- und Interaktionspartner

Ebenso ist es sinnvoll Orga-AGs anderer Landesverbände und geeignete Geschäftspartner für Werbemittel und ähnliches an geeigneter Stelle zu sammeln um auch hier durch Dokumentation zukünftigen Arbeitsaufwand zu verringern.

Organisation von Fundraising-Möglichkeiten

Wie oben erwähnt brauchen wir für den Ausbau unserer Strukturen dringend Geld. Daher sollten Fundraisingmöglichkeiten gefunden und umgesetzt werden.

AG Antrag

Die AG-Antrag soll vor allem den Dialog zwischen Vorstand und Mitgliedern verbessern und die inhaltliche Vor- und Nachbereitung von Landesparteitagen erleichtern. Zu ihren Aufgaben zählt:

Das Durchführen von Umfragen

Der Vorstand, andere AGs oder einzelne Piraten können die AG bitten Meinungsbilder per Lime-Survey zu bestimmten Themen einzuholen. Diese sollen Vorstandsentscheidungen erleichtern und basiskonforme Entscheidungen erleichtern.

Empfehlung von Antragsreihenfolgen

Vor einzelnen Vorstandssitzungen und Landesparteitagen sollen Meinungsbilder eingeholt werden, welche Anträge bevorzugt zu behandeln sind. Sind konkurierrende Anträge in den Top 40 werden Podiumsdiskussionen zum Thema empfohlen.

Orga- Entscheidungen und Barcamp-Themenfelder

Zur Vorbereitung von Barcamps, Social-Events und Landesparteitagen sollen Umfragen zu Ort, Zeit, und im Falle des Barcamps zu erwünschten Themen gestellt werden.

Hilfe beim Erstellen von Anträgen

Neupiraten können sich von der AG-Antrag beraten lassen, wie sie am besten ihre Anträge formulieren oder dort in Erfahrung bringen ob ein Antrag überhaupt notwendig ist.

Nachbereitung von Vorstandssitzungen und Landesparteitagen

Die Protokolle von Landesparteitagen und Vorstandssitzungen werden zeitnah an geeigneter Stelle veröffentlicht.

AG Technik

Die AG Technik kümmert sich um die Kommunikationsinfrastruktur und berät in Hard- und Softwarefragen. Konkrete Aufgaben wären folgende (in Reihenfolge gewichtet):

Inbetriebnahme eines Ticketsystems/Projektplanungstools

Dies ist derzeit zwingend erforderlich. In vielen Landesverbänden und der Schweiz hat sich Redmine bewährt.

Virtuelle Geschäftsstelle

Da eine lokale LGS noch auch sich warten lassen wird, sollten wir uns vorerst auf eine virtuelle Geschäftsstelle fokussieren um für Bürger, Mitglieder und Interessierte erreichbar zu sein.

Portable Internetquellen für KVs

Ich halte es für sinvoll durch den Landesverband portable Internetquellen für KVs zu finanzieren, um die dezentrale Vernetzung zu Vereinfachen.

Parteitag in a Box

Sollten wir uns für die Erprobung dezentraler Parteitage entscheiden wäre es sinnvoll Parteitagboxen zu erstellen, die

alles an notwendigem Equipment beinhalten.

Fertigstellung Homepage

Darauf warten wir doch alle :).

 

Vorgehen

 

  1. Mumbletermin zwecks Mitarbeiterwerbung
  2. AGs konstituieren
  3. Mailinglisten einrichten
  4. Ticketsystem einrichten
  5. Arbeitsweisen/Arbeitsregeln festlegen
  6. Aufnahme der Arbeit
  7. Checkuptreffen auf dem Barcamp – Integration von Neulingen
  8. Einfach weitermachen

 

Erwarteter Outcome

 

Information: Durch die AG Info werden Informationen sowohl im Prozess als auch in der Nachlese auffindbarer.

Diskussion: Diskussion wird eventuell wieder mit höherer Wahrscheinlichkeit möglich, sofern sich die Listensituation beruhigen sollte. Ansonsten kann durch verbesserte Diskussionsdokumentierung das ständige wiederholen bereits geführter Diskussionen vermieden werden.

Kommunikation: Durch Ticketsystem und Ansprechpartner in den AGs stark vereinfacht. Zudem wird Dialog durch die AG Antrag hergestellt.

Kompetenzentwicklung: Durch verbesserte Dokumentation. Durch sinnvoll gestaltete Barcamps.

Koordination: Vereinfacht durch AG Orga. Dokumentation und Kanalisierung in verschiedenen Listen.

Finanzielle Ausstattung: Fundraising – mal schauen was es bringt.

Zeit und Raum:  Einerseits Sammlung von geeigneten Veranstaltungsorten. Andererseits Dezentralisierung + technische Ausstattung.

Abgeordnetenwatch

Kleiner Nachtrag an euch: Man kann mir natürlich auch auf Abgeordnetenwatch Fragen stellen. Falls sich jemand wundern sollte, wieso es dort kein Bild gibt, so sei er im folgenden informiert.

Abgeordnetenwatch erhebt eine Gebühr von knapp 180€, damit man sein Profil um ein Bild einen Link und ein wenig Schnickschnack erweitern kann. Auch wenn ich die grundlegende Idee von Abgeordnetenwatch begrüße, finde ich dass hier definitiv eine Zwei-Klassen-Darstellung erfolgt. Die Leistung die für den Betrag von 180€, erfolgt empfinde ich in keinster Weise als angemessen.

Wenn man schon unabhängig die Bürger informieren möchte, dann sollte man den Kandidaten auch kostenfrei die gleichen Mittel zur Verfügung stellen. Ich persönlich werde die 180 € lieber in Flyer investieren und Trier damit zupflastern und schaue lieber, ob auch ohne Bildchen Fragen hereingeschneit kommen.

Stichwortartig

Bisher hätte ich gedacht, das Transparenzkriterium ist recht leicht zu erfüllen. Mitten im Wahlkampf merke ich allerdings, dass ich weit weniger berichten kann als ich gerne würde.

Was geschah in der Zwischenzeit ?

  • Ich wurde bestätigt und werde definitiv auf dem Wahlzettel erscheinen
  • Ich habe mein Direktkandidatenposter mit Hilfe von Freunden ausgearbeitet und bestellt
  • Ich habe an den Stupasitzungen teilgenommen und den Stupaticker ins leben gerufen
  • Ich habe Plakate der ersten Welle aufgehängt
  • Ganz viel Korrespondenz
  • Viele Gespräche
  • Versuche grade diese Seite für Suchmaschinen zu optimieren
  • Der Volksfreund will scheinbar die Piraten nicht näher beleuchten, die freien Wähler schon (ob das was mit einer Anzeigenschaltung der Freien Wähler zu tun hat)

Wahlplakat

28.01

Der Tag beginnt mit zwei Hiobsbotschaften: 13 Unterschriften wurden nicht bestätigt und die Luxemburger können Krankheitsbedingt nicht kommen. Damit liegt der Stand bei 98 bestätigten und 9 unbestätigten Unterschriften. Auch mein Tandempartner fällt krankheitsbedingt aus, an der Uni war nicht viel los und ich gebe relativ schnell auf.

Den Rest des Tages werde ich mit (re)kreativen Tätigkeiten verbringen. Gestern kamen mir noch ein paar Ideen für mögliche Wahlplakate, mal schauen ob ich wie die Resonanz seitens der Piraten sein wird. Ich werde heute Abend einen kleinen Workshop machen und schauen was so dabei rumkommt, vielleicht findet sich ja was für die Laternenpfähle des Landes.

Von Trier und Troja

Habe gerade gelesen, dass Rheinland-Pfalz im Zuge der Novellierung des Polizei- und Ordnungsbehördengesetzes (POG) nun auch Trojaner benutzen darf, um Tatverdächtige zu bespitzeln. Im Gegensatz zu einer Hausdurchsuchung findet hierbei die Überwachung unbemerkt und heimlich statt.

Neben der Vorratsdatenspeicherung deren kriminalistischer Wert angezweifelt werden kann, findet nun also auch noch der genauere Blick auf den Arbeitsplatz seinen Einzug ins Land.

Der zunehmende Aufbau von Überwachungsinfrastruktur ist wirklich bedenklich. Da hilft nur eins: Piraten wählen.

Bis 27.01

Ich habe mich heute dazu entschlossen, ab und zu vom Wahlkampfgeschehen zu berichten.  Was geschah bisher ?

Letzten Winter wurde ich als Direktkandidat für Trier aufgestellt, Seitdem hieß es: Unterschriften sammeln. Wirklich beginnen  konnte ich damit aber erst in diesem Jahr, da ich im letzten Jahr noch anderweitig politisch involviert war.

Wir probierten ein paar Orte aus um mit Menschen ins Gespräch zu kommen. In der Innenstadt trifft man kurioserweise fast garnicht auf Trierer, weshalb es sich dort schwierig gestaltete Unterstützerunterschriften zu sammeln. Auch Bahnhof und Kneipenabende waren nur mäßig erfolgreich.

Schließlich probierten wir es einfach an der Bushaltestelle vor der Uni . In den letzten zwei Wochen waren wir abgesehen vom Wochenende nahezu jeden Tag dort. Der Ort ist ideal. Es gibt viele Trierer, die meisten davon Studenten, und viele davon sind offen gegenüber neuen Ideen. Ich habe viele nette Unterhaltungen geführt und auch die Einschätzung gewonnen, dass die Menschen nicht so politikverdrossen sind, wie oft behauptet wird.

Die Begleiterscheinungen der Unterstützerunterschriftensammlungsaktionen sind vielseitig:

  • Durch die Kälte stößt man unweigerlich irgendwann an seine Grenzen, spätestens dann, wenn der ganze Körper unaufhörlich und fortwährend zu zittern beginnt.
  • Man hat das Gefühl ein wandelndes Tonbandgerät zu sein, dass fortwährend annähernd gleiche Informationen und Formulierungen ausspuckt.
  • Man freut sich, wenn Menschen einem Achtung für politisches Engagement aussprechen und einem viel Erfolg wünschen.
  • Man freut sich weniger, wenn Menschen sich nicht für Dinge interessieren, die jenseits ihres Tellerrandes liegen.
  • Es ist ein tolles Gefühl wenn man  der magischen Grenze von 125 Unterschriften langsam näher kommt.

Alles in allem ist es anstrengend aber auch schön mit den Menschen vor Ort in Kontakt zu treten und sie kurz zu informieren. Ich danke allen die mich begleitet und unterstützt haben und auch jenen dir mir einfach nur zugehört und sich mit mir unterhalten haben.

Morgen erhalten wir Unterstützung aus Luxembourg und ich freue mich schon darauf wieder umfassend über die politischen Geschehnisse aus anderen Ländern zu hören, da die Luxembourger vortrefflich darüber informiert sind, was um sie herum geschieht. Auch euch ein dickes Danke für die Hilfe !