Erfahrungsbericht: Zweiter Inklusionskongress Mecklenburg Vorpommern

Heute hat der zweite Inklusionskongress Mecklenburg-Vorpommerns stattgefunden. Die Diskussion um das Thema Inklusion wird umso hitziger geführt je näher die Umsetzung rückt. Die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen wurde von der EU ratifiziert und wird daher in Deutschland umgesetzt werden. Die Frage bleibt vor allem im Schulbereich noch wie das geschehen wird.

Derzeit wird heftig debattiert ob und in wie fern die Umsetzung der Inklusion sich mit einem mehrgliedrigem Schulsystem sinnvoll realisieren lässt. Doch nun zur Berichterstattung und Ausdeutung des Erlebten.

Mathias Brodkorb - MINISTER FÜR BILDUNG

Brodkorb eröffnet kurz knackig den Kongress. Grundtenor der Einleitung, die ich in der Form unwidersprochen teilen kann: ” Die Inklusion wird kommen, die Frage ist nicht ob sondern wie”, daher sei es wichtig verschiedene Standpunkte zu diskutieren und sie in einen gemeinsamen Kosens zu transformieren.

Thomas Jackl  - Leiter der Schulabteilung

Jackl berichtet relativ knapp über die Arbeit der Expertenkommission. Er hebt hervor, dass seiner Ansicht nach, neben den statistischen und wissenschaftlichen Erkenntnissen der Mensch nicht aus dem Blickfeld geraten solle. Auch an dieser Stelle wird betont, wie wichtig es sei einen gemeinsamen Konsens bei der Implementierung der Inklusion zu finden.

Prof. Dr. Preuss-Lausitz – FU Berlin

Preuss-Lausitz spricht sich für die Inklusion aus. Sie sei in vielen Ländern erfolgreich verlaufen und sollte auch in Deutschland umgesetzt werden. Er spricht sich für eine Auflösung des mehrgliedrigen Schulsystems aus- ob es eine Binnendifferenzierung geben soll, lässt er offen.

Ich finde einige Ansatzpunkte die ich später in der Recherche vertiefen will, steige aber mental aus, als Preuss-Lausitz beiläufig meint eine Evaluation des Inklusionsprozesses sei nicht notwendig, da ja auch bei der Gründung der ersten Schulen nicht im Vorfeld evaluiert wurde ob das Verfahren sinnvoll sei. Im Vorfeld argumentierte Preuss-Lausitz unter anderem mit Kennziffern aus PISA und wissenschaftlichen Arbeiten. – Kennziffern die ihren Ursprung in der Evaluation des Bestehenden haben.

Prof. Dr. Heller – LMU München

Heller spricht sich für eine Beibehaltung des mehrgliedrigen Schulsystems aus. Er argumentiert, dass die Jugendarbeitslosigkeit in einigen Ländern Deutschlands unter dem OECD-Schnitt liegen und benutzt dies als Argument für das mehrgliedrige Schulsystem, dass hier auch infrastrukturelle Aspekte und die Wirtschaftsstärke Deutschlands eine Rolle spielen bleibt unerwähnt.

Heller punktet allerdings mit der Forderung, dass der Inklusionsprozess evaluiert werden sollte. Er benutzt den Vergleich zur Zulassung von Arzneimitteln – auch hier ein ungünstiger Vergleich. Die USA haben viele Interventionen evaluiert und konnten so einige forschungsgeleitete Interventionen in verschiedensten Bereichen qualifizieren.

“Diskussion”

Die Diskussion fiel spärlich aus, der Zeitplan drängte. Drei Fragen wurden beantwortet. Alles in allem hätte es hier mehr Zeit gebraucht. Darüber hinaus wäre eine bessere Vorbereitung der “Diskussion” hilfreich gewesen – später mehr dazu.

Pause

Das Essen ist gut und der magische Kaffebecher, der sich immer wieder aufs Neue füllt gibt mir Kraft.

Forschungsbericht – Prof. Hardtke – Uni Rostock

Nach der Pause wurden fünf verschiedene Workshops angeboten. Ich habe diese Veranstaltung gewählt um mir einen Überblick über die Fruchtbarkeit der derzeitigen Bemühungen zu machen. Zusammengefasst kann man nur sagen: Nichts genaues weiß man nicht – es war ein Zwischenbericht.

Eingangs greift Hardtke die im Vorfeld erwähnten Aptitude Treatments Interventions auf und erklärt Response Treatment Interventions – diese wurden in der Modellschule angewandt. Kurz: Man verschafft sich regelmäßig durch einen Abfrage einen Überblick ob ein Lernfortschritt erzielt wurde, ist das der Fall erfolgt eine Reaktion (Response). Je nach Reaktion prüft man weiteren Förderbedarf.

Die Modellschule auf Rügen wurde hierbei mit einer Schule aus der Stralsund verglichen. Die Probanden wurden parallelisiert, das heißt man hat für jeden Probanden einen Zwilling gesucht. Dann wird geprüft, welchen Einfluss das herkömmliche System gegen die Modellschule hat.

Eine endgültige Aussage konnte hier nur getroffen werden, für die Schüler, die nicht in Diagnoseföderklassen sind (oder wären). Die Effekte bei diesen Schülern sind in etwa identisch. Die Ergebnisse für die Zwillinge die in Diagnoseföderklassen sind (oder wären) stehen noch aus und konnten bisher nicht erhoben werden.

Schade an dem Versuch: Gerechnet wurden anscheinend T-Tests. Mit T-Tests lassen sich zwar die Referenzgruppen gegeneinander vergleichen, allerdings gibt es für solcherlei Studien mittlerweile Verfahren, die die Datenstruktur besser abbilden können. Erwähnt seien hier Hierarchische Lineare Modelle, die aufklären können, ob die Varianz eher durch die Klassen, die Schule oder die Probanden als solches erklärt werden können.

Da hier Schulmodelle getestet werden sollen, wären Hierarchische Lineare Modelle das Mittel der Wahl um die Daten sinnvoll zu interpretieren. Auf Nachfrage wird mir mitgeteilt, dass die Daten eine solche Auswertung hergeben würden. Ob diese Auswertung auf diese Art und Weise jemals geschehen wird, hängt maßgeblichem vom finanziellen Faktor ab.

Schlussrede

Auch die Schlussrede durch Brodkorb ist eher knackig, es werde weitere Kongresse geben – die nächsten werden sich mit konkreten Aspekten der Umsetzung beschäftigen.

Feedback

Das Catering: War super! Ein immervoller Kaffeebecher, kostenfreie Getränke und leckeres Essen.

Die Redner: Brodkorb und Jackl leiteten lediglich durch Auftakt ein, das war dem Kontext durchaus angemessen.

Heller und Preuss-Lausitz redeten hingegen länger, durchaus mit relativ konkreten Messages, die beide zum Teil ihre Berechtigung haben. Sowohl eine Evaluation der Implementierung von Inklusionsschulen sollte stattfinden, als auch das dreigliedrige Schulsystem nochmals auf den Prüfstand gestellt werden. – allerdings nicht ohne Binnendifferenzierung zu diskutieren. Präsentationen gab es keine – schade, denn man hätte durchaus einige der genannten Quellen einblicksartig besprechen können.

Technische Ausstattung: Zwei Projektionsflächen und nur ein Redner verwendet die Möglichkeit sie zu nutzen. Kein W-Lan-Zugang, kein Stream, keine Twitterwall. Das Internet kann man grade bei dieser Anzahl der Akteuren als Interaktionsraum nutzen, das wurde bisher versäumt. Gerade weil der Inklusionsprozess konsensusbasiert gestaltet werden soll, wäre eine stärkere Benutzung des Webs empfehlenswert. Mehr als Flyer und Manuskriptdownload wird wohl nicht angeboten werden – webbasierte Interaktion sieht meines Erachtens anders aus.

Workshops: Mein Workshop war eher frontal. Die Interaktionsstellen die sich boten wurden leider blockiert. Die wesentlichen Informationen habe ich erst im Anschluss an den Workshop bekommen. Mich würde interessieren wie die anderen Workshops gelaufen sind, da es aber nur möglich war einen zu besuchen, kann ich hier kein umfassenderes Urteil bilden.

Die Diskussion: Die Diskussion war leider viel zu kurz. In Zukunft wäre es sinnvoll die Grundthesen der Diskutanten im Vorfeld zu veröffentlichen und ebenso im Vorfeld schon Fragen von Interessenten zu sammeln, so dass bereits im Vorfeld der Diskussion ein Fragenpool besteht, auf den man zurückgreifen kann. Vor Ort würde ich das Ganze eher in einer moderierte Podiumsdiskussion gestaltet sehen, die sich allerdings die Option offen lässt Fragen an das Publikum, als auch an die Experten zu stellen.  So ließe sich ein Dialog in beide Richtungen führen, während die Diskussion am Samstag eher den Charakter eines Frage-Antwort-Spiels für die Experten hatte. Hierfür bedarf es allerdings eines sehr erfahrenen Moderators.

Was würde ich anders machen?

Internet als Interaktionsraum: Leider werden die Möglichkeiten der Teilhabe nicht optimal genutzt. Um auf dem Kongress besprochene Themen weiter zu diskutieren, könnte man Microbloggingdienste und Blogs in den Ablauf integrieren. Auf Twitter kann parallel zur Veranstaltung diskutiert werden, in Blogs könnte man das geschehene reflektieren und bekäme dadurch auch einen Einblick in die anderen Workshops. Twitterwalls in Workshops ermöglichen das aufgreifen von Fragen an geeignetem Zeitpunkt oder die Reaktion auf divergierende Meinungen.  Ein Stream nach draußen, könnte auch von Leuten verfolgt werden, die örtlich oder zeitlich gebunden sind.

Generell frage ich mich: ob eine zweitägige Veranstaltung nicht sinnvoller wäre. Fünf Workshops bei der Breite der Thematik sind relativ wenig. Zudem könnten bei einer zweitägigen Veranstaltung die Workshops doppelt angeboten werden. Das würde bedeuten, dass die Teilnehmer relativ gut die interessierenden Themenbereiche nachvollziehen können, die sie interessieren. Als Workshopleiter würde das bedeuten, dass man bei interaktiven Workshops mitunter zu unterschiedlichen Ergebnissen kommt und damit das Inputspektrum erhöht.

Das Angebot: Sollte künftig eindeutig gelabelt werden. Eine Unterscheidung in Referat, Diskussionsrunde und Workshop ist durchaus hilfreich. Die drei Veranstaltungsarten haben unterschiedliche Vorraussetzungen und sollten auch stringent nach den jeweiligen Anforderungen geplant werden.

 

 

Spreading Attitude Effekt in Vivo – Psychologie, Politik und Wandel

 

Heute wird mal ein wenig aus dem politisch-psychologischem Nähkästchen geplaudert. Die folgende kleine Anektdote enthält beides und demonstriert wo, meiner Ansicht nach, die größte Stärke der Piraten liegt.

An der Uni Trier trat vor geraumer Zeit eine Piraten-Hochschulgruppe zur StuPa-Wahl an. Die Mitgliederversammlung in der Hochschulpiraten in der wir das Programm verabschiedeten stand unter dem Zeichen von Übernächtigung, wir hielten uns fit mit einem koffeinhaltigem Erfrischungsgetränk, dass sich unter Piraten großer Beliebtheit erfreut. An der Uni gab es derzeit dieses Getränk nicht. Da Schlaf der kleine Bruder des Todes ist und Piraten sich für gewöhnlich als sehr lebendige Zeitgenossen herausstellen, braucht es eine Versorgungsinfrastruktur, die es uns erlaubt viel zu wachen und wenig zu schlafen.

Gesagt, Getan, Beschlossen: Wir fordern im Programm also den Vertrieb von unserem Lieblingsgetränk an der Uni. Wir machen Infostände verteilen unser Programm, reden mit Menschen, lassen sie das vorzüglichste aller Piratengetränke kosten und weisen darauf hin, dass wir uns für die flächendeckende Versorgung an der Uni einsetzen.

In der Hochschulpolitik ist man interessiert an uns, wir sind neu und Akteure der Politik klopfen uns ab. So auch das damalige Koordinierende Mitglied – das ist sowas wie der Kanzler der Studierendenvertretung – der Big Boss also. Er liest das Programm und diskutiert mit uns.

Ihm fällt Erfrischungsgetränk ins Auge. “Wie könnt ihr das fordern, das Zeug schmeckt einfach scheußlich!” Ich entgegne ihm: “Es ist fair, vegan, zuckerarm und beliebt, lässt sich gut verkaufen und die die es lieben werden uns wählen.” Jedes mal wenn ich “Big-Boss” Komi traf erzählte ich ihm also, wie viele Leute uns nur wegen des Getränks wählen würden. Kurz vor der Stupawahl nahm er mich zur Seite: “Ich werd euch jetzt mal den Wind aus den Segeln nehmen – Wir verkaufen in B15 und im Studihaus ab sofort Erfrischungsgetränk  Ich bedanke mich bei ihm:” Cool – das heißt wir können unsere Wahlversprechen schon einhalten bevor wir überhaupt gewählt wurden.”

Erfrischungsgetränk gibt es nun seit einem Jahr am Campus in den Servicestellen des allgemeinen Studierendenausschusses. Vor kurzem jedoch wurden scheinbar Mitglieder des SWT darauf aufmerksam, weil anscheinend viele Studis mit Erfrischungsgetränk durch die Gegend liefen. Sie probierte das Zeug im AstA-Servicebüro und es wird nun auch in den Mensen und Cafeterien verkauft.

 

 Spreading Attitude Effekt

Der Spreading Attitude ist ein Effekt der in der evaluativen Konditionierung auftritt. Beispiel:

Ich mag Peter, zu Klaus habe ich keine Meinung – sehe ich Klaus und Peter gemeinsam schätze ich Klaus positiver ein.

Das gleiche gilt auch andersrum. Kurz: Dinge die neutral bewertet und noch nicht emotional gelabelt sind, werden durch Dinge im unmittelbaren Umfeld gelabelt. Das ist der Grund warum Marken sich Popstars oder Sportler angeln um ihre Produkte zu bewerben.

In diesem Fall hat sich unser Wahlkampf also von selbst erledigt – und die politische Forderung hat sich auch von selbst umgesetzt ohne große Anstrengungen. Dies liegt meiner Ansicht nach daran, dass man uns nicht als politischen Gegner betrachtet hat.

 

Piraten als Informelle Macht

Eine unserer Stärken ist der Fakt, dass es schwer ist uns im politischen Spektrum zu verorten. Diese “neutrale” Verortung erlaubt es daher auch, dass von uns formulierte politische Ziele durch die reine Assoziation mit uns nicht so schnell abgewertet werden.

Im politischen Prozess lässt sich das beobachten: Auf Bundesebene wird gerade über Transparenz in Bezug auf Nebeneinkünfte debattiert. Und in RLP thematisiert die SPD nun Bürgerbeteiligung.

Kurz: Wir thematisieren, andere setzen um.

Lang: Es gibt politische Entscheidungen die Zeit brauchen. Diese Ideen verbreiten sich einfacher, wenn sie aus der Mitte der Gesellschaft kommen und augenscheinlich plausibel und wirksam sein können. Sie verbreiten sich dann besser, wenn man Gemeinsamkeiten fokussiert, auf Anfeindungen verzichtet und man charismatische Befürworter findet.

Manchmal funktionieren auch Erfrischungsgetränke. :)

LQFB-Entwickler distanzieren sich vom Einsatz des eigenen Produkts

Das Reizthema LQFB kocht dann aktuell mal wieder auf. Der Hintergrund dazu ist die Distanzierung der Entwickler von LQFB zur Nutzung des eigenen Produkts bei den Piraten. So weit noch unterhaltsam – fieser wirds dann wenn man herauslesen möchte wozu sie das tun. Dazu wird zuerst unreflektiert folgendes postuliert:

Für demokratische Prozesse gilt deshalb:

  • Entweder keine geheime, pseudonyme oder anonyme Stimmabgabe
  • oder keine Überprüfbarkeit durch die Teilnehmer
  • oder Verzicht auf das Internet und Verwendung einer herkömmlichen Wahlurne
An sich schon ein starkes Stück, denn:
  1. Wird behauptet, dass demokratische Prozesse ohne Anonymität möglich sind
  2. Wird darüber hinaus vorgegaukelt, dass das Internet nur  dann demokratische Optionen liefert sofern Abstimmungstools benutzt werden.

Beides ist natürlich Schwachsinn. Die Distanzierung von der Anwendung von LQFB findet hier auch nur aus einem Grund statt – man will die Klarnamenspflicht durchboxen. Da dies jedoch nicht die übrigen Probleme des Liquid-Feedback-Einsatzes lösen kann, sollte man doch lieber komplett auf den Murks verzichten.

Einerseits wird hier vollkommen ignoriert, dass der Einsatz von Klarnamen für die Mitglieder widerliche Folgen haben kann, was sie eventuell zu “sozial erwünschten” Abstimmungsverhalten zwingt, andererseits wird hier komplett außer Acht gelassen, dass mittels Internet auch dezentrale Parteitage miteinander verschaltet werden können. – Hierbei kann man alle Anforderungen an das Wahlgeheimnis erfüllen.

So wird das Internet zum Wahlcomputer degradiert und die Privatssphäre gleichzeitig auch noch als undemokratisch gelabelt. – Großes Kino meine Damen und Herren LQFB-Entwickler.

Und nein, nein und nochmals nein: LQFB wird nicht demokratischer wenn man die Klarnamenspflicht einführt – es wird dann nur noch gefährlicher und undemokratischer als es ohnehin schon ist.

- My few Cents

 

Dezentraler Kreisparteitag Dortmund

Soeben habe ich aus der Google-Suche einen Podcast zum dezentralen Kreisparteitag Dortmund gefischt, höre mir das jetzt an und fasse die wichtigsten Punkte zusammen.

Dieter Mc Devitt- Pressesprecher:

Grundlegender Anlass für den dezentralen Kreisparteitag ist eine Feststellungsklage, die Rechtssicherheit für dezentrale Parteitage erwirken soll.

Offliene – Versammlungsleitung im Taranta Babu:

Versammlungsleitung ging per Gentle Agreement nach Hagen. Anscheinend wurde die herkömmliche Geschäftsordnung verwandt – genaueres wurde leider nicht genannt. Strukturell scheint hier nicht in globale und lokale Versammlungsleitung differenziert worden zu sein.

Schade, dass man so wenig über die strukturelle Gestaltung erfährt- vielleicht kommt ja noch was.

@Huwutze – Technische Organisation:

Latenzen sind auch in Dortmund ein Problem. Tontechnisch gibt es scheinbar einige Störgeräusche durch sensible Mikrophone.

Für mich ein Indiz, dass man über eine Audiolösung per Mumble nachdenken sollte und den Videostream parallel laufen lässt. Sensible Mikrophone sind nur dann ein Problem, wenn man Rederechte nicht explizit erteilt.

Torsten Sommer – Mitglied der Piratenfraktion:

Test für den dezentralen Parteitag wurde abgebrochen aus technischen Gründen,, weil der Streaminglaptop verstorben ist – möge er in Frieden ruhen . Der nächste Kreisparteitag soll wieder dezentral gestaltet werden.

Erwartungen für den nächsten Kreisparteitag sind relativ hoch. Die Feststellungsklage ist damit dann auch obsolet. Technische Vorraussetzungen für dezentrale Parteitage sind finanzierbar.

Dieter Mc Devitt- Pressesprecher:

Technische Probleme die genannt werden: Latenzen, Rückkopplung, Störgeräusche.

Der dezentrale Parteitag wurde zu einem zentralen Parteitag zusammengeführt.

@Huwutze – Technische Orga:

Routing mit Quality of Service könnte die Streamingqualität eventuell verbessern.

Dirk Pullem – Versammlungsleiter im Laden “Tellurian Games”:

Koordinationsaufwand bei zentraler Versammlung geringer als bei dezentralen Versammlung.

 

Persönliche Anmerkungen meinerseits:

Leider hat dieser Versuch eines weiteren dezentralen Parteitags nicht funktioniert, weshalb weiterhin eine Feststellungsklage für dezentrale Parteitage aussteht.

Ich kann leider nicht wirklich nachvollziehen wie das politische Geschehen bei der dezentralen Versammlung strukturiert wurde, da das Vorgehen nicht dokumentiert wurde, selbiges gilt für das Technische Konzept.

Die technischen Probleme die genannt wurden waren Deckungsgleich mit denen die wir in Trier hatten. Als Option um die Streamingqualität zu verbessern wurde Quality of Service genannt. Die Streamingbeauftragten die die technische Organisation in Trier übernahmen setzen eher auf nah gelegene Streamingserver um den Latenzen Herr zu werden.

Zusätzlich sollte man wohl auch eher auf eine Splittung von Audio und Video setzen, da durch Audiovernetzung via Mumble sich auch störende Geräuschkulissen durch offene Mikros vermeiden lassen und das Rederecht aktiv an die jeweiligen Veranstaltungsorte erteilt werden kann.

Wirklich schade finde ich allerdings, dass ich nirgends Informationen zur verwandten Geschäftsordnung finden kann. Gerade bei dezentralen Parteitagen ist es interessant, wie das politische Geschehen durch die Geschäftsordnung strukturiert wird. Um alle Veranstaltungsorten gleiche Möglichkeiten zu geben haben wir daher in Trier globale und lokale Versammlungsleitung unterteilt.

Ich würde mich freuen, wenn die Dortmunder im Nachklang des Versuchs eine Dokumentation anfertigen, die das Vorgehen beschreiben. Dies würde für technische und politische Entscheidungen eine Diskussionsbasis liefern, die mit den Erkenntnissen, die wir in Trier gewinnen konnten kombiniert werden könnte.

Neues zu dezentralen Parteitagen

Diesen Donnerstag fand eine Kennenlernmumble statt mit allen Piraten, die sich auf dem Bereich der dezentralen Parteitage engagieren. Ich fand es toll, dass für mich in wenig sichtbar wurde, dass auch andere an diesem Thema arbeiten und es also Leute gibt, die das Thema vorantreiben wollen über den gesamten Bundesraum verteilt. Was gibts also neues?

Gerüchteweise wurde behauptet, dass der nächste BPT schon in Teilen dezentral stattfinden wird. Anscheinend gibt es derzeit noch heftigen Gegenwind, so dass es in Bochum wahrscheinlich keinen dezentralen Testlauf gibt. Die Vorraussetzungen wären gegeben. Ein Veranstaltungsort mit zwei Hallen, an dem man ein wenig das Look und Feel austesten könnte. Scheinbar gibt es auch große Widerstände aus dem Bundesvorstand.

Derzeit werden ebenso technische Hilfsmittel hinsichtlich dezentraler Parteitage programmiert und einige technische Tests während herkömmlichen Parteitagen durchgeführt. In Niedersachsen möchte der KV Liepholz einen dezentralen Parteitag ausrichten und in Nordrhein-Westphalen ist angedacht in absehbarer Zeit einen dezentralen Parteitag auf Landesebene auszurichten. In Rheinland-Pfalz gibt es derzeit leiderlei keinerlei Bemühungen auf Landesebene einen dezentralen Parteitag auszurichten.

Als Ziel haben wir in der Sitzung formuliert darauf hinzuarbeiten, dass der nächste Bundesparteitag der ausgeschrieben wird, dezentral organisiert wird. Es bleibt also spannend rund um die Dezentralität. Ich freue mich schon auf neue Erfahrungen in dem Bereich. Hoffentlich werde ich Zeit und Geld finden den einen oder anderen DPT besuchen zu können.

Tätigkeitsbericht

Am ersten Oktober letzten Jahres wurde ich erneut zum Vorsitzenden der Piraten Trier gewählt. Ich möchte euch hier nochmal für euer Vertrauen danken und hoffe, dass ich meine Arbeit bis zum Rücktritt eurer Ansicht nach angemessen erledigt habe.

Laufende Tätigkeiten

  • Antworten auf Mitgliederanfragen
  • Koordination der Interessiertenanfragen – vor allem aus der Fläche, per Telefon, Mail, in Persona
  • Reaktionen auf Anfragen seitens Piraten aus dem Umfeld
  • Reaktionen auf Anfragen anderer Parteien und Verbände
  • Ladung zu Offenen Treffen und Vorstandssitzungen
  • Präsenz auf Landesvorstandssitzungen und Berichterstattung
  • Pressearbeit
  • Kontakt zum Landesverband im Allgemeinen
  • Geringfügiger: Kontakt zu ausgewählten Leuten aus dem Bund

 

Präsenz bei Veranstaltungen

  • Landeskongress der Piraten Luxemburg
  • Kreisvorstandssitzung der Liberalen
  • Occupy-Treffen
  • ACTA-Demo
  • Offene Treffen Trier
  • Barcamp auf der Namedy
  • Wahlparty nach der Saarlandwahl
  • Media-Day auf Schloß Niederweis
  • Landesparteitag in Montabaur

 

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

  • Diverses mit Piratenbezug auf meinem Blog
  • Bekanntgabe des dKPT als Feldversuch
  • Ok54- Nachgefragt
  • Blaue Lagune
  • Big Brother Trier – Gemeinsam mit dem CCC
  • Kritik am Tarifmodell der GEMA
  • Offener Brief an den Trierischen Volksfreund

 

Sonstige Tätigkeiten

  • Krakenbasteln für ACTA
  • Themenbeauftragter Barcamp Namedy
  • Unterstützung kreisexterner Vorhaben Kreisverbände zu gründen
  • Betreuung einiger Neumitglieder
  • Kommunikationsworkshop Barcamp
  • Diskussionsmoderation dPT Barcamp
  • Moderation einiger Offener Treffen
  • Piratenfibel
  • Vorantreiben der Homepagerenovierung – Danke an alle Umsetzenden
  • Vorantreiben der Wikirenovierung – Danke an alle Umsetzenden

 

Dezentraler Kreisparteitag

  • Kontaktaufnahme zu diversen Helfern und Funktionsträgern
  • Antrag an POG dezentralen Kreisparteitag zu unterstützen
  • Koordination der Location-Suche
  • Ausarbeitung eines Durchführungskonzepts
  • Ausarbeitung einer Geschäftsordnung
  • Ladung
  • Hilfe bei Aufbau und Vorbereitung
  • Koordination von Helfern und Funktionsträgern
  • Dokumentation von Vorgehen und Feedback
  • Diverse Nachbesprechungen mit Interessierten
So viel zu meinem Tätigkeitsbericht. Ich möchte allen danken, die mich bei meiner Arbeit unterstützt haben. Es war eine tolle Zeit und wir haben gemeinsam viel erreicht. Derjenige der in meine Fußstapfen treten wird, kann sich anhand des Tätigkeitsberichtes ein Bild davon machen wie viel Zeit es ihn kosten wird diesen KV zu leiten. Es werden zwar einige Dinge wegfallen, dafür aber andere hinzukommen. Ich wünsche meinem Nachfolger viel Glück und bin natürlich für ihn da wenn es Fragen gibt.

 

Virale Meme, Liquid Feedback und Basisdemokratie

Es kann sein, dass der heutige Beitrag etwas unstrukturierter wird als sonst. Es gibt viele Dinge die miteinander verwoben sind, vielleicht werde ich Sidekicks Vor- und Rückgriffe verwenden müssen um die einzelnen Dinge miteinander in Bezug zu setzen. Was draus wird weiß ich in diesem Moment noch nicht ganz einzuschätzen. Im Großen und Ganzen geht es um den Glaubenskrieg um LQFB, Liquid Democrazy und Basisdemokratie vermengt mit ein wenig Psychologie. Fangen wir also mal ganz vorne an:

Dabei sein ist Alles – der beschluss von LQFB als Meinungsabbildungstool in Bingen

 

Ich war noch nicht wirklich aktiver Pirat, als ich nach Bingen fuhr um dort bei der Orga mitzuhelfen. Es war der erste Bundespartitag den ich mit den Piraten erlebt habe und ich habe viele Leute dort kennengelernt, die ich schätzen lernte. Liquid Feedback wurde auf diesem Parteitag zum Meinungsabbildungstool erhoben, aufgrund von Bedenken blieb es allerdings dabei und LQFB sollte nicht als Abstimmungstool eingesetzt werden. Mittlerweile bin ich froh, dass dies genau so entschieden wurde, auch wenn die Stimmen lauter werden, LQFB als “Abstimmungstool” zu verwenden. Ich hatte die Piratenpartei bis dato immer als basisdemokratische politische Interessensgemeinschaft gesehen, von daher fand ich die Delegationsmöglichkeit einfach nur fürchterlich. Dazu reihten sich dann auch andere Argumente ein, die datenschutzrechtlicher oder juristischer Natur sind. Nach dem Beschluss  Liquid Feedback als Meinungsabbildungstool zu verwenden traten mein Kreisvorsitzender und ein Beisitzer zurück und in RLP blies ein Shitstorm auf der Mailingliste auf.

 

Was ist Liquid feedback und was ist es nicht ?

 

Die Meinungen darüber was LQFB nun ist und was es nicht ist, werden immer wieder durcheinander geworfen, meistens werden Begriffe gleichbedeutend verwandt, die schlichtweg nicht gleichbedeutend sind – daher hier mal eine Aufdröselung.

 

Meinungsbildungstool

Für mich ist ein Meinungsbildungstool ein Werkzeug, dass es mir erleichtert mir zu einem bestimmten Diskussionsgegenstand eine Meinung zu bilden. Einen Schritt weiter betrachtet, sollte das ganze natürlich möglichst in einen Antrag oder einen Antragsvorschlag münden. Hierzu muss das Werkzeug verschiedene Meinungen abbilden, sie zu einander in Bezug setzen und es ermöglichen kleinteilig zu diskutieren und ebenso kleinteilig die Punkte dieser Diskussion in das Antragswerk zu überführen. Dies alles kann LQFB nicht. In der Regel finden in LQFB keine Diskussionen statt, diese werden nach extern ausgelagert oder es werden schlicht und ergreifend alternative Anträge eingereicht. Ich kann mich mit Liquid Feedback nicht darüber informieren, wer welche Meinung hat und wieso diese Meinung für mich wertvoll oder teilenswert wäre. Will ich Diskussion und Meinungsbildung verfolgen muss ich das an anderen Orten tun. – Hier übrigens eines der Grundprobleme der Piraten derzeit: Wir finden Austausch über getätigte Diskussionen meist nirgends strukturiert und anschaulich wieder. Mit ein wenig Glück gibt es in irgendeinem Wiki allerdings ein paar Gedankenschnipsel aufzutreiben.

Fazit: LQFB ist kein Meinungsbildungstool.

 

Meinungsfindungstool

Wenn man also die Mär vom Meinungsbildungstool weggebügelt hat, weichen die meisten aus und meinen dann: “Ja Ok, ein Meinungsbildungstool ist es nicht, aber doch immerhin ein Meinungsfindungstool – man findet dort ja die Meinung einzelner Piraten wieder.” Auch dies ist natürlich an den Haaren herbeigezogen, denn: Man findet keine Meinungen sondern Antragsvorschläge. Noch schlimmer: Es gibt viele Menschen die sich weigern LQFB zu benutzen, weil sie es für undemokratisch, unsinnig, unsicher oder falsch konzipiert halten. Meines Erachtens sind dies nicht wenige Menschen. Und es sind Menschen die LQFB nicht benutzen. – Ihre Meinung findet man dort nicht, ihre Anträge ebensowenig.

Fazit: LQFB ist kein Meinungsfindungstool

 

Meinungsabbildungstool

Nun kommt die absurdeste Bezeichnung für LQFB. Na klar! Es bildet Meinungen ab ! Es ist ein Meinungsabbildungstool. Dem steht jedoch entgegen, dass es die Delegationsoption gibt. Und diese Delegationsoption wird benutzt. Es bildet also nicht die Meinungen einzelner ab, sondern es ist vielmehr ein Meinungsdelegationsabbildungstool. – Klingt sexy oder ? Es werden Meinungen abgebildet und Meinungsdelegationen. Eine Meinung zu delegieren ist jedoch mit verlaub gesagt Schwachsinnig. Ich habe eine oder habe keine. Hier finden wir das erste Konfundierungsproblem (später mehr).

Fazit: LQFB ist ein Meinungsdelegationsabbildungstool.

Problem: Erstes Konfundierungsproblem

 

Abstimmungstool

Hier kommen wir recht nah an das, was die Verfechter der Liquid-Democrazy-Bewegung einem gerne verkaufen würden. Gesagt wird einem, dass es ein Tool zur Abstimmung ist. Dieses kann allerdings nicht erfolgreich eingesetzt werden, da es ja nicht als solches verwandt wird. Die bösen Kritiker haben also eine Nutzung außerhalb des eigentlichen Zweckes erzwungen. – Aber auch ein Abstimmungstool ist LQFB nicht, denn: Abstimmungen werden nicht delegiert. Entweder man wählt Delegierte, die abstimmen, oder man stimmt ab. In diesem fall werden wieder zwei Dinge konfundiert die nicht zusammengehören: Wahl und Abstimmung.

Fazit: LQFB ist kein Abstimmungstool

Problem: Zweites Konfundierungsproblem

 

Wahlcomputer

Dies ist ein häufiges Argument der LQFB-Gegner. LQFB ist ein Wahlcomputer! Dies ist allerdings auch falsch, da es nicht vorsätzlich für Wahlen konzipiert wurde, sondern eben für Abstimmungen. Diese Abstimmungen sind aber keine Abstimmungen wegen dem oben genannten zweiten Konfundierungsproblem.

Fazit: LQFB ist kein Wahlcomputer

Problem: Zweites Konfundierungsproblem

Insgesamt wurden hierbei also viele virale Meme gestreut, die suggerieren sollen, dass LQFB in irgendeiner Art und Weise sinnvoll ist. Wie oben jedoch ersichtlich halten die meisten Bezeichnungen für Liquid Feedback schon einem ersten Blick nicht stand. Was ist also LQFB ?

LQFB ist ein Liquid Democrazy Tool. Was es meiner Ansicht nach allerdings nicht ist: Ein Basisdemokratietool. Die Argumentation hierzu folgt noch.

 

Its not a Feature – Its a Bug (Die Coolness-Inversion)

 

Das Hauptverkaufsargument für die Delegationen die im Tool verankert sind – meist begleitet von dem Satz ” its not a bug – its a feature” -  ist: Wenn ich jetzt aber garkeine Ahnung habe und trotzdem mitstimmen will, kann ich ja einfach delegieren, weil sonst verfällt ja meine Stimme, wenn ich mich enthalte. Anderenfalls stimme ich vielleicht Blödsinn ab, weil ich keine Ahnung habe. Das was cool hip und sexy klingt, ist leider totaler Unfug. Ich muss das Gegenteil postulieren:

“Its a bug – not a feature”

Delegationen sind lange Zeit notwendig gewesen um einen Mechanismus zu konstruieren, der die Basis zumindest teilweise mit einbezieht. Es sollte ein Weg gefunden werden, wie die Basis durch Repräsentanten bis hin zur Spitze einer Partei an der Meinungsbildung beteiligt ist. Hier gibt es aber nun mehrere Probleme:

Anmerkung: Konfundierung ist ein Begriff dafür, dass zwei Sachen, die nicht zum gleichen Konstrukt gehören fälschlicherweise gemeinsam gemessen werden. Konfundierungen führen dazu, dass Ergebnisse nicht eindeutig interpretiert werden können, weil man schlichtweg nicht weiß was man da eigentlich misst.

Erstes Konfundierungsproblem – Abbildungsproblem

Ein Repräsentant kann nicht die unterschiedlichen Meinungen aller derer abbilden, die er repräsentieren soll. – Das ist unmöglich. Das erste Konfundierungsproblem in LQFB ist, dass man schlichtweg nicht weiß, ob gerade eine Meinung in Zustimmung oder Ablehnung gemessen wurde, oder eine Meinungsdelegation. Hier ist ein besonderes Problem, dass Meinungsdelegationen schon konzeptuell einfach Quark sind. Man hat eine Meinung oder eben nicht, sie delegieren zu wollen ist Blödsinn.

Zweites Konfundierungsproblem – Das Wahl-Abstimmungs-Dilemma

Repräsentanten werden gewählt um abzustimmen. Hierbei sollen sie die Belange der Wähler zwar bestmöglich vertreten, sind jedoch lediglich ihrem Gewissen verpflichtet. Es ist also unklar, ob hier nun eine Wahl oder eine Abstimmung stattgefunden hat.

Wenn man also schon ein Mischmasch aus Abstimmung und Wahl (LQFB) einsetzen wollte, müsste es Wahlgrundsätze erfüllen, da es kein reines Abstimmungstool ist. Diese Wahlgrundsätze zu erfüllen ist technisch nicht möglich, da die Wahlen entweder nicht geheim oder nicht nachvollziehbar sind. Im Gegensatz zum repräsentativen System, das wir derzeit besitzen kommt zudem das Problem dazu, dass die Anzahl der Delegationen ein Multiplikator für das Stimmgewicht der Delegierten darstellt. Und als wenn das alles nicht ausreichen würde, gibt es einen Haufen Leute, die die Benutzung von Liquid Feedback aus diversen gründen politisch ablehnen. Die Abstimmungen/ Wahlen sind also:

  • nicht geheim
  • nicht gleich
  • nicht nachvollziehbar
  • nicht allgemein

Alle die gerne mal #RTFGG (Read The Fucking Grundgesetz) sagen und gleichzeitig LQFB puschen oder verfechten, bitte ich jetzt einmal in sich zu gehen und einen Reality-Check durchzuführen. Solltet ihr das RTFGG ernst meinen und weiterhin LQFB preisen wie Weihwasser, habt ihr euch soeben als Verfassungsfeinde enttarnt – herzlichen Glückwunsch. Wer sich mit mir über Sinn und Unsinn der Wahlgrundsätze unterhalten möchte, möge dies an anderer stelle tun. Ich halte alle Wahlgrundsätze für Abstimmungen als auch für Wahlen für absolut wichtig – selbst wenn Abstimmungen durchaus in der Regel öffentlich stattfinden.

An dieser Stelle möchte ich noch Anmerken, dass viele Piraten das KISS-Prinzip (Keep it smart and simple) immer mal wieder hervorheben – meist als Qualitätsmerkmal für gute und funktionierende Lösungen. Liquid Feedback ist für mich weder intuitiv benutzbar, noch nachvollziehbar, ebenso wenig zweckdienlich oder einfach und vor allem nicht “smart”.

 

Basisdemokratie vs. Liquid Democrazy

 

Ich habe bisher Liquid Democracy immer falsch geschrieben und ja, hiermit will ich eine Wertung des Konstrukts meinerseits transportieren. Ich sehe zu gelebter Basisdemokratie in der Tat keinerlei Vorteile und dafür ganz viele Probleme. Diese Probleme sind struktureller und konzeptioneller Natur.

Probleme struktureller Natur

Wie oben erwähnt, gibt es recht sinnvolle Wahlgrundsätze. Diese sollten auch immer für Abstimmungen gelten können. Je mehr allerdings versucht wird die Symptome von Liquid Democrazy zu bekämpfen, die durch Delegationen überhaupt erst entstehen, umso mehr irre Sonderregelungen braucht es. Dadurch wird das System unüberschaubarer, komplizierter und anfälliger.

 

Probleme konzeptueller Natur – verbreitete Glaubenssätze

 

In der Psychologie spricht man oft von Glaubenssätzen. Diese Glaubenssätze sind Anschauungen einzelner Menschen die durch bestimmte Bedürfnisse geformt wurden. Oftmals sind Glaubenssätze allerdings schädlich für das eigene Handeln, da sie oft dazu führen, dass bestimmte Verhaltensmuster unreflektiert abgespult werden. Ich werde in der Debatte um Liquid Feedback oft mit solchen Glaubenssätzen konfrontiert, daher liste ich hier mal einige auf.

 

Glaubenssatz1: Mann kann das komplette politische Geschehen nicht überblicken und sich daher keine fundierte eigene Meinung zu allen Entscheidungsfeldern bilden. Dies birgt die Gefahr, dass die Leute sinnloses Zeug abstimmen wenn sie ihre Meinung nicht delegieren.

Reply 1: Mensch kann das politische Geschehen eben so wenig komplett überblicken wenn man die Möglichkeit der Delegation hat. Allerdings ist hier die Gefahr gegeben, dass man seine Stimme an jemanden Delegiert der:

 

  1. Weniger Ahnung hat als man selbst von dem Thema
  2. Etwas Abstimmen wird was nicht meiner Meinung entspricht
  3. Die Stimme weiterdelegiert an jemanden, von dem ich nicht Vertreten werden möchte

 

Kurz: Delegationen machen politische Entscheidungen nicht einfacher sondern schwerer. Sofern ich Delegieren wollte, müsste ich mich thematisch einlesen, schauen wer am ehesten meiner Meinung entspricht und trotzdem vertrauenswürdig ist und an diese Person delegieren. Wenn ich diese Entscheidung an wen ich delegiere treffen kann, bin ich aber auch im Stande selbst abzustimmen. Sofern ich allerdings delegiere ohne die weiteren Entwicklungen nachzuvollziehen kann ich:

 

  1. Gefahr laufen, dass meine Interessen nicht vertreten werden
  2. Ich es nicht bemerke dass diese nicht vertreten werden
  3. Ich Leute unterstütze die wider meiner Interessen entscheiden

 

Und dies alles kann aktiv, passiv, einmalig oder in Folge geschehen. Jeder der Delegationen nicht überprüft wird zum unreflektierten Mehrheitsbeschaffer. Jeder der seine Delegationen aufrecht erhält und inaktiv wird zur Sockenpuppe. Und alle Regeln, die den Umgang mit Delegationen festlegen machen die Entscheidungsfindung unverständlicher, angreifbarer und komplizierter. Davon ab ist das, dem Glaubenssatz zu Grunde liegende, ” Ich will nicht das irgendwelche Vollidioten komische Entscheidungen treffen.” einfach nur widerlich in menschlicher Hinsicht. (Hier ein Gruß an eine gewisse Person, die mir gerne Vorwirft mich über andere zu stellen und das “Ich will keine Vollidioten abstimmen lassen” – Argument gerne als pro Delegationsargument verwendet.) Die Gesinnung dahinter kann man mögen oder nicht, ich finde sie allerdings menschenverachtend. Jeder der sich hier ertappt hat, kann gerne reflektieren, ob er nochmal gegen Sprüche wie: “Tyrannei der Masse” ranten will.

 

Glaubenssatz 2: Wenn ich eine Stimme habe, will ich sie auch benutzen.

 

Reply2: Auch mit einer Enthaltung kannst du deine Stimme sinnvoll nutzen.Tendenziell kann man je nach Wahlmodus sogar differenzierter agieren. Nehmen wir einfach mal an, dass man für ja und für nein stimmen kann, gibt es folgende Handlungsoptionen:

 

  1. Eigene Abstimmung  : Ich informiere mich im Vorfeld über das Thema und stimme selbst ab
  2. Informelle Delegation: Ich informiere mich, was verschiedene Personen denen ich Kompetenz zuspreche stimmen würden und stimme entsprechend, hierbei sehe ich auch, ob diese Entscheidung konfliktbehaftet ist oder nicht. Bei einer Vorabdelegation vertraue ich nur einer Person.
  3. Enthaltung aktiv         : Ich stimme für ja und für nein. Die Entscheidung ist ungewichtet, ich drücke allerdings damit aus, dass mir eine breitere Mehrheit bei der Entscheidung wichtig ist.
  4. Enthaltung passiv       : Ich stimme weder für ja noch für nein und mache damit Minderheitenentscheidungen einfacher, da die Grundgesamtheit sinkt.
Glaubenssatz 3: Wir müssen schnell politische Entscheidungen treffen können.

 

Reply3: Dieses Argument ist das ulkigste Argument aller Argumente. Regelmäßig ranten wir über “dumme” Äußerungen von Politikern, die einen Vorstoß in eine gewisse Richtung wagen. Wir beschweren uns über Symbolpolitik und Symptomatikbehandlung im politischen System. Und in unserem Selbstverständnis postulieren wir oft, dass wir uns eine Veränderung der Politikkultur wünschen. Wir wünschen uns eine zweckmäßige, einfache, sozial gerechte und libertäre Struktur unseres Landes und dies bedeutet vor allem eins: Wenige einfache aber verständliche Regeln, die das Zusammenleben ermöglichen und fördern, aber zeitgleich nicht die Freiheit des einzelnen allzu sehr einschränken. Das nenn ich Anspruch Kinners!

Genau deshalb brauchen wir Zeit! Genau deshalb muss uns Tagespolitik wurscht sein! Genau deshalb müssen wir lange und schmerzhafte Diskussionen führen bevor wir irgendeinen Scheiß abstimmen, denn (und hier setze ich einfach mal nen Glaubenssatz dagegen):

Aufgeschnappter und für gut befundendener Glaubenssatz: “Demokratie ist dann gelungen, wenn der  Prozess schmerzhafter ist als das Ergebnis.”

Und hier werden derzeit Notwendigkeiten geschaffen. Wir “müssen” ein Tool haben, damit wir genau den selben Scheiß machen können wie alle anderen. Wir brauchen ein Tool, damit wir unser Stimmviehgewissen beruhigen können. Aber Abstimmungen sind der letzte und unwichtigste Schritt in der politischen Entscheidungsfindung. Wichtiger ist eine ausführliche Abwegung und Diskussion der einzelnen Themen. Und es ist ebenso wichtig politisch gesehen nicht in puren Aktionismus, Reaktionismus und in reine Symbolpolitik zu verfallen. Die Möglichkeit und Pflicht permanent auf Abruf mitzuarbeiten ist in diesem Fall eher kontraproduktiv – zumindest wenn diese Mitarbeit bedeutet, dass man sich selbst zum Stimmvieh degradiert und die Meinungsbildung dabei total vernachlässigt.

 

Vom Glaubenssatz zum Glaubenskrieg

 

In der Headline habe ich von Memen und Viren gesprochen. Ein Mem ist zunächst nichts anderes als ein Gedanke, eine Idee, eine Information oder eine einleuchtende Kausalbeschreibung. Meme verbreiten sich langsam oder schnell. Viren sind nichts anderes als Meme. Meme können viral sein – oder auch nicht. Virale Meme erkennt man vor allem an:

  • Der Schnellen Verbreitung
  • Einem zu Grunde liegendem Glaubenssatz
  • Der langfristigen Infektion des Wirts
  • Den Beißreflexen die einsetzen wenn die Glaubenssätze torpediert werden

Ich persönlich halte das ganze Gedöhns um Liquid Democracy für ein virales Mem. Es ist ein absolut verständlicher Wunschtraum, dass ich einfach und schmerzfrei Verantwortung übernehmen oder delegieren kann und aufwandslos gute politische Entscheidungen treffen kann. Aber ich glaube nicht, dass das so funktionieren kann. Die strukturellen und konzeptionellen Probleme habe ich oben schon aufgeführt und auch gezeigt wieso schnelle Entscheidungen problematisch sind.

Einige werden sich gewundert haben, dass ich ein Argument bisher noch nicht aufgegriffen habe: Die Superdelegierten. Aber das beste kommt zum Schluß und daher natürlich auch das Argument für Basisdemokratie und gegen Liquid Democrazy.

Wir wissen nun, dass wir Stimmen delegieren können. Davon abgesehen, dass dies alles komplizierter und juristisch fragwürdiger macht, macht es auch alles gefährlicher. Wieso ? Wegen Superdelegierten. In einer Basisdemokratie müsste ich eintausend Menschen mit einem Euro bestechen um eine politische Entscheidung zu beeinflussen. Für jeden Basisdemokraten ist das ein lächerliches Angebot, zudem erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass die Bestechung auffliegt um das tausendfache. Habe ich einen Superdelegierten mit eintausend Stimmen, vertausendfacht sich seine Bestechlichkeit und die Wahrscheinlichkeit erwischt zu werden ist numerisch um 999 geringer.

Nun gibts ja die Super Idee bei einem immerwährenden Onlineparteitag Abstimmungen zweimal zu machen. Einmal üben, ggf. Delegation entziehen oder beibehalten und dann richtige Abstimmung. Das ist wirklich hilfreich weil:

  • Ich kann als Delegierter die Delegierenden in Sicherheit wiegen und dann meine Stimme verkaufen
  • Ich habe null Gewinn als Delegierender, denn wenn ich entscheiden will, ob meine Delegation gerechtfertigt gewesen ist, müsste ich überprüfen warum der Delegierte stimmt wie er stimmt und kann im Prinzip selbst abstimmen, da ich mich umfassend informieren muss.
  • Als Delegierter habe ich immer eine gewisse Anzahl von Sockenpuppen, die tot, inaktiv, sterbenskrank, zeitlich verhindert oder ausgetreten sind
  • Jede Regelung, die Delegationen beeinflusst um Sockenpuppen zu verhindern macht die Entscheidungsfindung schlechter nachvollziehbar
  • Delegierte profitieren vom Halo-Effekt, ergo von: Größe, Schönheit, Bekanntheit, Status, Autorität, Sympathie, Ähnlichkeit, u.v.m.
  • Ad-hoc Entscheidungen sind meist suboptimal
  • Während derzeit erfolgreiche Initiativen nur die Behandlungswahrscheinlichkeit auf Parteitagen erhöhen, werden Delegationen erst richtig eklig, wenn damit tatsächlich Beschlüsse gefasst werden
  • Den Rest erspar ich euch einfach mal :)
Kurz: Liquid Democrazy ist auf Wasser gebaut. Basisdemokratie steht auf einem festen Sockel. Und wer sich jetzt noch fragt, wieso ich einen Glaubenskrieg für die Basisdemokratie und gegen Liquid Democracy führe: #RTFGG #DenkSelbst !

 

Basisdemokratie 2.1 – Strukturreformvorschlag Landesverband RLP

Wie ihr wisst kandidiere ich für verschiedene Vorstandsposten auf Landesebene. Ich werde hier schildern wie ich mir die zukünftige Vorstandsarbeit vorstelle und welche Aufgaben ich für dringlich halte. Es gibt viel zu tun und ich habe leider das Gefühl, dass eine nachhaltige und vorausschauende Entwicklung bisher leider auf der Strecke geblieben ist. Wenn wir allerdings weiterhin basisdemokratisch organisiert bleiben wollen ohne vollends im Chaos zu versinken, müssen bestimmte Veränderungsprozesse angestoßen werden. Die Anforderungen sind umfangreich daher braucht es einen Fahrplan. – Ich stelle hier meinen Fahrplan zur Debatte.

Die Lösungsvorschläge zielen darauf ab Arbeit auf möglichst viele Schultern zu verteilen und dadurch die Arbeit für jeden einzelnen schneller und effektiver zu gestalten. Die Struktur-AGs sind meines Erachtens unabdingbar, sofern man auf bezahlte Vorstandsarbeit auch in Zukunft verzichten will. Darüber hinaus sollen sie den Workflow verbessern und den Dialog zwischen Vorstand und Basis vereinfachen. Doch erst einmal will ich zu den aktuellen Problemen kommen.

 

Aktuelle Problemfelder

Derzeit wird offensichtlich klar, dass die Strukturen, die für 500 Mitglieder gereicht haben derzeit an ihre Grenzen stoßen. Hauptaufgabe des Vorstandes sollte neben den Verwaltungsaufgaben die infrastrukturelle Neugestaltung der Vorgänge sein. Ich fasse die Probleme die ich sehe kurz zusammen:

Information: Es gibt derzeit keine funktionierende Infrastruktur die sicherstellt, dass Mitglieder und Interessierte sich über programmatische Arbeit, Termine und anfallende Aufgaben informieren können. Informationen sind oftmals schwer oder garnicht öffentlich auffindbar.

Diskussion: Derzeit sind Diskussionen nur schwer nachvollziehbar. Die Mailingliste ist überfüllt und die Arbeit und AGs wird zum Teil schlecht oder garnicht dokumentiert.

Kommunikation: Viele Engagierte Neumitglieder wissen nicht wie sie sich wo einbringen können und wer die entsprechenden Ansprechpartner sind. Dadurch kommt es vermehrt zu redundanter Kommunikation, zu Missverständnissen oder gar zu Totalverlust von Informationen.

Kompetenzentwicklung: Viel wissen konzentriert sich derzeit in den Köpfen weniger. Dies ist in zweierlei Hinsicht problematisch:

  1. Nehmen die Anfragen an diese Personen zu, was zu akuter Überlastung führt
  2. Haben diese Personen dazu immer weniger Zeit ihr Wissen anderen zu vermitteln
  3. Dadurch mehr Anfragen an die wenigen

Koordination: Derzeit gibt es keine Infrastrukturen die anfallende Aufgaben zusammenträgt und Interessierte für die Bearbeitung sucht. Daher bleiben viele Aufgaben unerledigt oder Problemfelder gar unerkannt.

Finanzielle Ausstattung: Die technische und finanzielle Ausstattung ist zum Teil miserabel, Geld ist leider nicht Luxus sondern schlichtweg notwendig für politische Arbeit.

Zeit und Raum:  Derzeit gibt es zunehmend konkurrierende Termine an verschiedenen Orten. Zudem mangelt es häufig an geeigneten Arbeitsräumen.

 

Problemlösungsstrategien

Oben wird ersichtlich, dass wir viele Baustellen haben. Hier stelle ich meine Lösungsvorschläge vor. Generell sollten vier Struktur-AGs gegründet werden, die bestimmte Aufgaben übernehmen die ich noch vorstellen werde. Diese AGs sind: AG Info, AG Orga, AG Antrag, AG Technik. In jeder dieser AGs sollte mindestens ein Vorstandsmitglied aktiv sein. Das erklärte Ziel soll sein, den Vorstand in seiner Arbeit zu unterstützen, Mißverständnissen vorzubeugen den Vorstand zur Basis hin zu öffnen.

AG-Info

Diese AG soll helfen Informationen auffindbarer zu machen. Zu den einzelnen Aufgabenbereichen gehört explizit:

Fertigstellung der Piratenfibel

Mit der Fibel soll Aktiven und Instrumenten ein Dokument zur Verfügung gestellt werden, mit dem sie sich schnell über alle möglichen Belange der Arbeit der Piraten informieren können. Dies soll es erleichtern aktiv zu werden und dabei helfen Fehler zu vermeiden, die bereits mehrfach begangen wurden. Tätigkeitsfelder werden hier vorgestellt und erfolgreiche Strategien aufgezeigt. Angestrebte Deadline meinerseits 3 Monate zur Fertigstellung und fortwährende Ergänzung.

Betreuung der Info-Liste

Die Informationsliste soll es Aktiven und Neumitgliedern ermöglichen sich über relevante Informationen zu erkundigen. Dies sollen sein:

  • Termine über Veranstaltungen, AG-Sitzungen, Offene Treffen
  • Informationen über: Demoaufrufe, Anstehende Aufgaben, Ausschreibungen
Die Mailinglisten werden durch 5-10 Beauftragte moderiert. Hierbei werden einerseits an die Liste eingehende Mails

überprüft und weitergeleitet. Wenig aussagekräftige Betreffszeilen werden nach den Betreffskonventionen umgestaltet und dann an die Info-Liste versandt. Darüber hinaus wird die RLP-Liste von einigen parallel gelesen und ausgewählte Informationen die die obigen Bedingungen erfüllen an die Info-Liste weitergeleitet.

Einpflegen von Anfragen ins Ticket-System 

Sofern Hilfegesuche oder anstehende Aufgaben in der AG-Info aufschlagen, werden diese in das Ticket-System eingepflegt.

Wissensmanagement

Die AG-Info hilft inhaltlichen AGs dabei Kriterien für angemessene Wiki – Protokollierung auszuarbeiten und anzuwenden. Die AG Info ihrerseits ist damit beauftragt die aktuellen Diskussions- und Arbeitsstände an geeigneter Stelle auffindbar zu machen. Dies Betrifft auch Weiterbildungsinhalte auf Barcamps.

AG-Orga

Diese AG soll die Organisation von Events und Aktionen koordinieren. Die Relevanten Events sind bisher:

  • Barcamp (Themenorga, Orga vor Ort)
  • Landesparteitage (vor allem dezentrale Parteitage)
  • Social-Events (z.B. Ahoi-Sause)
  • Wahlkämpfe
Zusätzlich zur eigentlichen Organisation fallen weitere Arbeiten an wie z.B.:

 

Leitfäden zur Veranstaltungsplanung erarbeiten

Die Leitfäden sollen es späteren Organisatoren erleichtern Veranstaltungen zu planen. Sinnvolle Eckpunkte in den Leitfäden sind meiner Meinung nach:

  • Timeliner der zu erledigenden Dinge
  • Vorraussetzungen an Ort, Zeit und Personal
  • Checklisten zur Planung
  • Vordrucke und Empfehlungen zur Einsatzplanung

Dokumentation geeigneter Veranstaltungsorte

Geeignete Veranstaltungsorte für Offene Treffen, Landesparteitage, dezentrale Parteitage, Barcamps und Social-Events sollen an geeigneter Stelle mit Kontaktdaten gesammelt werden, um die Organisation zukünftiger Ereignisse zu erleichtern.

Dokumentation derzeitiger Materialien und Arbeitsmittel

Ebenso die lückenlose Dokumentation von Arbeitsmittel und Arbeitsmaterialien dient der Vereinfachung der Organisation.

Dokumentation geeigneter Geschäfts- und Interaktionspartner

Ebenso ist es sinnvoll Orga-AGs anderer Landesverbände und geeignete Geschäftspartner für Werbemittel und ähnliches an geeigneter Stelle zu sammeln um auch hier durch Dokumentation zukünftigen Arbeitsaufwand zu verringern.

Organisation von Fundraising-Möglichkeiten

Wie oben erwähnt brauchen wir für den Ausbau unserer Strukturen dringend Geld. Daher sollten Fundraisingmöglichkeiten gefunden und umgesetzt werden.

AG Antrag

Die AG-Antrag soll vor allem den Dialog zwischen Vorstand und Mitgliedern verbessern und die inhaltliche Vor- und Nachbereitung von Landesparteitagen erleichtern. Zu ihren Aufgaben zählt:

Das Durchführen von Umfragen

Der Vorstand, andere AGs oder einzelne Piraten können die AG bitten Meinungsbilder per Lime-Survey zu bestimmten Themen einzuholen. Diese sollen Vorstandsentscheidungen erleichtern und basiskonforme Entscheidungen erleichtern.

Empfehlung von Antragsreihenfolgen

Vor einzelnen Vorstandssitzungen und Landesparteitagen sollen Meinungsbilder eingeholt werden, welche Anträge bevorzugt zu behandeln sind. Sind konkurierrende Anträge in den Top 40 werden Podiumsdiskussionen zum Thema empfohlen.

Orga- Entscheidungen und Barcamp-Themenfelder

Zur Vorbereitung von Barcamps, Social-Events und Landesparteitagen sollen Umfragen zu Ort, Zeit, und im Falle des Barcamps zu erwünschten Themen gestellt werden.

Hilfe beim Erstellen von Anträgen

Neupiraten können sich von der AG-Antrag beraten lassen, wie sie am besten ihre Anträge formulieren oder dort in Erfahrung bringen ob ein Antrag überhaupt notwendig ist.

Nachbereitung von Vorstandssitzungen und Landesparteitagen

Die Protokolle von Landesparteitagen und Vorstandssitzungen werden zeitnah an geeigneter Stelle veröffentlicht.

AG Technik

Die AG Technik kümmert sich um die Kommunikationsinfrastruktur und berät in Hard- und Softwarefragen. Konkrete Aufgaben wären folgende (in Reihenfolge gewichtet):

Inbetriebnahme eines Ticketsystems/Projektplanungstools

Dies ist derzeit zwingend erforderlich. In vielen Landesverbänden und der Schweiz hat sich Redmine bewährt.

Virtuelle Geschäftsstelle

Da eine lokale LGS noch auch sich warten lassen wird, sollten wir uns vorerst auf eine virtuelle Geschäftsstelle fokussieren um für Bürger, Mitglieder und Interessierte erreichbar zu sein.

Portable Internetquellen für KVs

Ich halte es für sinvoll durch den Landesverband portable Internetquellen für KVs zu finanzieren, um die dezentrale Vernetzung zu Vereinfachen.

Parteitag in a Box

Sollten wir uns für die Erprobung dezentraler Parteitage entscheiden wäre es sinnvoll Parteitagboxen zu erstellen, die

alles an notwendigem Equipment beinhalten.

Fertigstellung Homepage

Darauf warten wir doch alle :).

 

Vorgehen

 

  1. Mumbletermin zwecks Mitarbeiterwerbung
  2. AGs konstituieren
  3. Mailinglisten einrichten
  4. Ticketsystem einrichten
  5. Arbeitsweisen/Arbeitsregeln festlegen
  6. Aufnahme der Arbeit
  7. Checkuptreffen auf dem Barcamp – Integration von Neulingen
  8. Einfach weitermachen

 

Erwarteter Outcome

 

Information: Durch die AG Info werden Informationen sowohl im Prozess als auch in der Nachlese auffindbarer.

Diskussion: Diskussion wird eventuell wieder mit höherer Wahrscheinlichkeit möglich, sofern sich die Listensituation beruhigen sollte. Ansonsten kann durch verbesserte Diskussionsdokumentierung das ständige wiederholen bereits geführter Diskussionen vermieden werden.

Kommunikation: Durch Ticketsystem und Ansprechpartner in den AGs stark vereinfacht. Zudem wird Dialog durch die AG Antrag hergestellt.

Kompetenzentwicklung: Durch verbesserte Dokumentation. Durch sinnvoll gestaltete Barcamps.

Koordination: Vereinfacht durch AG Orga. Dokumentation und Kanalisierung in verschiedenen Listen.

Finanzielle Ausstattung: Fundraising – mal schauen was es bringt.

Zeit und Raum:  Einerseits Sammlung von geeigneten Veranstaltungsorten. Andererseits Dezentralisierung + technische Ausstattung.

dKPT – Nachlese

Wie gestern schon erwähnt, haben wir den ersten dezentralen Parteitag hier in unserem Kreisverband veranstaltet. natürlich war die Organisation und die Durchführung nicht perfekt. Aber diesen Anspruch sollte man an einen Feldversuch auch garnicht stellen. Wichtiger ist es vielmehr Lernfelder zu entdecken, die man bei der zukünftigen Arbeit um Auge behalten sollte. Feedback gibt es schon einiges. Ich greife hier einfach mal ein paar Punkte auf:

Veranstaltungsort

Der Veranstaltungsort sollte auf jeden Fall zwei Zimmer zur Verfügung stellen. Einerseits das Zimmer für die Versammlung als solche, andererseits einen Raum für die globalen Versammlungsämter die vor Ort gewählt werden. Darüber hinaus braucht’s ne dicke Leitung, damit sowohl der Stream als auch die Leute vor Ort mit Internet versorgt werden können. Auch sinnvoll wäre Platz für mehrere Projektionsflächen, damit der aktuelle Antrag und das Protokollpad neben dem Stream auch in den Raum projeziert werden können. Platz für Wahlurnen sollte es auch noch irgendwo geben, damit der Stream nicht abgeschaltet werden muss.

Geschäftsordnung

Dank des Stresstests haben wir auch den einen oder anderen Bug in der Geschäftsordnung gefunden. Einerseits sollte die GO dahingehend geändert werden, dass ein Antrag auf geheime Abstimmung lediglich ein Quorum benötigt, ohne danach nochmal über geheime Abstimmung abzustimmen. Des weiteren ist der Geschäftsordnungsantrag auf Auszählung der Stimmberechtigten mehr oder weniger sinnlos, da die Mehrheiten immer als die Mehrheit der aktuell Abstimmenden definiert wurde. Der Punkt Wiederholung einer Abstimmung sollte genauer formuliert werden. Hier sollten Vorraussetzungen definiert werden, wann überhaupt eine Abstimmung oder Wahl erst wiederholt werden darf.

Tagesordnung

Im Gespräch ist auch die Wahlreiheihenfolge für die Versammlungsämter zu verändern. Es wurde vorgeschlagen die Wahlleiter vor den Versammlungsleitern zu wählen. Dies ist meiner Ansicht nach eher Geschmacksfrage.

Versammlungsleitung

Die Versammlungsleitung bei dezentralen Parteitagen ist ein wenig komplizierter als bei zentralen Versammlungen. Die Versammlungsleiter sollten alle über einen Helfer verfügen und miteinander via Chat oder einem Versammlungsleitertool verbunden sein. Es hat oft noch zu lange gedauert, bis GO-Anträge allen Versammlungsämtern bekannt waren.

Oftmals war auch die Rollenteilung noch nicht ganz geklärt. Meines Erachtens wäre es bei mehr Veranstaltungsorten auch hilfreich wenn der globale Versammlungsleiter Mikrophone muten kann, um aufkeimende Zwigespräche zu unterbinden.

Leider wurden fast immer die Abstimmungen ausgezählt, was nicht notwendig gewesen wäre. Auszählung ist nur vorgesehen, sofern die Veranstaltungsorte nicht in gleicher Richtung abstimmen. Sofern alle Veranstaltungsorte eine Mehrheit für eine Abstimmung anzeigen ist die Auszählung nicht zwingend erforderlich. Im Gespräch war auch, die Abstimmungsergebnisse der jeweiligen Orte erst anzusagen wenn alle Orte ausgezählt sind. Dies ist meines Erachtens nicht zwingend erforderlich, da man bei öffentlichen Abstimmungen ohnehin “abschauen” kann. Allerdings empfehle ich, dass in Zukunft die Abstimmungsergebnisse zuerst dem Globalen Versammlungsleiter per Chat mitgeteilt werden, welcher dann das Endergebnis verkündet.

Generell sollte man noch einen kleinen Leitfaden schreiben in dem genau beschrieben ist wer was wann macht.

Tools-Streaming

Was das Streaming betrifft wurden mehrere Dinge vorgeschlagen. Einerseits ist es sinnvoll im Stream angezeigt zu bekommen welche Mikrophone grad gemutet sind. Es ist irritierend jemanden reden zu sehen ohne zu wissen ob er grad zur Versammlung spricht oder nur zu seinen Helfern vor Ort. Darüber hinaus sollte angezeigt werden, welcher Veranstaltungsort gerade Rederecht erteilt bekommen hat. Darüber hinaus sollte auch klar werden, welcher Veranstaltungsort als nächstes Rederecht bekommt. Auch GO-Anträge sollten im Stream sofort für alle sichtbar werden. Darüber hinaus ist es sinnvoll den Link zum aktuellen Antrag anzugeben.

Tools Versammlungsleitung

Einige sind der Meinung man sollte ein Portal für die Versammlungsleiter und die Anwesenden einrichten. Hier werden GO-Anträge entgegengenommen. Per Dropdown kann man den entsprechenden GO-Antrag auswählen und dann im Textfeld spezifizieren und abschicken. Sie werden dann den Versammlungsleitern angezeigt und ggf. auch im Stream wiedergegeben. Ebenso könnten die lokalen Wahlleiter hier die Ergebnisse eintragen und der globale Wahlleiter gibt dann entsprechend erst das Ergebnis wieder wenn alle Ergebnisse vorliegen. Meiner Ansicht nach könnte ein solches Tool den Ablauf um einiges vereinfachen.

Latenzfreie Kommunikation

Als sehr störend wurde die große Latenz wahrgenommen, vor aber allem die Paarung mit dem Echo vom anderen Veranstaltungsort. Dies brachte die Redner häufig durcheinander und störte den Fluss der eigenen Gedanken. Auch wenn ich Gefahr laufe etwas absolut ahnungsloses zu sagen schlage ich folgendes vor: Die Audioverschaltung sollte per Telefonkonferenz geschehen und lokal verstärkt werden. Alle Nichtrednermikrophone werden hierbei gemutet. Damit wird der Stream entlastet und Echo sollte es auch keins geben.

Positionierung der Kameras

Es wurde ebenfalls zur Diskussion gestellt, die Kameras so zu positionieren, dass nur der aktuelle Redner zu sehen ist. Hinsichtlich dieser Idee bin ich zwigespalten. Einerseits lässt sich so die Anonymität von Mitgliedern gewährleisten, die sich anonyme Teilnahme wünschen, andererseits finde ich es hilfreich auch per Augenmaß die Mehrheitsverhältnisse an anderen Veranstaltungsorten nachvollziehen zu können.

Erweiterung der Teilhabemöglichkeiten

Noch garnicht wurden unsererseits Erweiterungen der Teilhabemöglichkeiten für Externe besprochen. Ich denke man sollte gerade bei dezentralen Veranstaltungen auch die Möglichkeit haben eigene Anträge aus der Ferne zu vertreten oder Redebeiträge als Zuschauer an den Mann zu bringen. Hier wär eventuell eine Twitterwall hilfreich und die Möglichkeit Videokommentare via Skype zuzuschalten.

 

Lieber Volksfreund – Offener Leserbrief

Der erste dezentrale Parteitag in der Geschichte Deutschlands ist dann jetzt auch mit ein paar Komplikationen abgefrühstückt. Presseecho gab es auch schon. Und ich muss mich ganz ehrlich fragen ob der Trierische Volksfreund hierbei entweder befangen oder schlichtweg stümperhaft gearbeitet hat.

Die Headline lautete “Aufbruch und Untergang”. Sie wurde mittlerweile online abgeändert ging aber so und nicht anders in Print. So ein Titel darf durchaus benutzt werden, dann sollte allerdings auch klar gestellt werden wer oder was, wieso da gerade untergeht. Natürlich verliert sich darüber nirgends ein Wort. Man kann gerne Kommentare veröffentlichen, aber wenn es ein Bericht sein soll, dann doch bitte nach den Regeln des Handwerks.

Daher ein paar Fragen an den Volksfreund:

  • Gibt es einen Kreisverband einer Partei in Trier und Umland der es in den letzten dreißig Jahren gelungen ist einen Meilenstein in der parlamentarische Geschichte zu setzen ?
  • Welcher Kreisparteitag der letzten 30 Jahre in der Region hatte bis zu 100 Zuschauer zeitgleich – zum Teil aus aller Welt ?
  • Gibt es eine Partei, die es schafft ein solch umfassendes Projekt wie einen dezentralen Parteitag durch ehrenamtliches Engagement vieler einzelner mit unter 1000 € Budget umzusetzen ?
  • Gibt es in der Region Kreisverbände, die an einem Wahltag einen Anruf vom Bundesvorsitzenden erhalten, der sich für herausragendes Engagement bedankt?
  • Gibt es Kreisverbände in der Region, die bei ihrer Arbeit aus dem gesamten Bundesverband unterstützt werden ?
  • Gibt es Kreisverbände die an einem Tag Geschichte schreiben können, einen komplizierten Test durchführen und dabei auch noch inhaltlich arbeiten können ?

Die Antwort ist in allen Fällen: Piraten. – Ich glaube an der Sache mit den Aufbruch ist was dran.

Also lieber Volksfreund wo bleibt jetzt der Untergang ? Wenn alles oben beschriebene Zeichen des Untergangs sind, grabe ich mich gern weiter vor -bis zum Erdkern.

Mit lieben Grüßen,
Christian Hautmann